Der Zukunft Sühne

2,00

Der Zukunft Sühne

Historische Geschichte aus England

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Beschreibung

Sie hieß Anna, Anna Bell. Sie war jung, sie war groß und sie hat-te kupferblondes, leicht gewelltes Haar, welches wie flüssiges Metall über ihre schmale Taille floss. Ihre saphirblauen Augen bohren sich fast jedem echten Mann in die letzten Windungen seines Verstandes und legten den seit ewigen Zeiten eingerich-teten Schalter um.

Vor einigen Wochen war Anna von ihrer Mutter Elinor ins Crown and Anchor, eines der Pubs am Barbican, geschleppt worden. Der Barbican waren die befestigten Molen und der dahinterliegende Kai des Sutton Pool, des geschützten Hafen von Plymouth. Elinor hatte drei uneheliche Kinder und keinen Mann. Das Geld war immer knapp, jedes der Kinder musste arbeiten.

Im Crown and Anchor ging es abends meist hoch her, viele See-leute versoffen munter ihre Heuer oder investierten in freizügige Damen. Kellnerin im 19. Jahrhundert war ein Berufsstand nahe der Prostitution, entsprechend misstrauisch reagierte Anna. Der Wirt des Crown and Anchor hingegen benötigte eine frische Kraft, da kam ihm die schöne Anna sehr gelegen. Sie brachte die Männer um ihren Schlaf und so landeten diese jede Nacht stiel-äugig und geifernd hinter ihrem Ale oder Porter. Nur ein Herr in feinem Tuch war auffallend zurückhaltend, er, Advokat in Plymouth, saß immer in der hintersten Ecke, allein und beo-bachtete die Szenerie.

Anna ließ sich bislang von den meisten Kunden begrapschen und schon mal grölend auf den warmen Schoß ziehen. Doch seit einer Woche gebärdete sie sich bockig. Sie herrschte die Kunden schon bei harmlosen Knuffen unwirsch an. Der Wirt registrierte es mit immer mehr Missbilligung.

 

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